Schloss Bruneck

Das Wahrzeichen der Stadt an der Rienz

Um die bischöflichen Besitzungen im Pustertal besser schützen zu können, ließ der Brixner Bischof Bruno von Kirchberg um 1250 diese wehrhafte Burg erbauen.

Am Fuße des felsigen Burghügels legte er zugleich einen Markt an, der durch einen übermauerten Wehrgang mit der Burg verbunden war. Die Burg und den schon bald zur Stadt erblühenden Markt benannte Bruno nach seinem Namen „Brauneck“, „Brauneggen“, „Bruneke“ bzw. „Praunnekk“. Im Laufe des 19. Jahrhunderts leitete sich davon der Name Bruneck ab, welcher noch heute an den einstigen Bischof erinnert.

Die Burg selbst diente fortan als Sitz des bischöflichen „Schlosshauptmannes“ und als bischöfliche (Sommer-)Residenz, welche im Laufe der Jahrhunderte noch so manche Aus- und Umbauten erfahren sollte.

Mit der Säkularisation (1) der kirchlichen Territorien im Jahre 1803 aber fiel sie einem steten Verfall anheim, dem erst umfangreiche Restaurierungsarbeiten im ausgehenden 19. Jahrhundert Einhalt geboten.

Wenngleich Schloss Bruneck im Jahre 1825 wieder in kirchlichen Besitz überging, diente es zeitweilig auch als Kaserne, Gerichtsgefängnis, Schulstätte und Schauplatz diverser kultureller Veranstaltungen. Außerdem wurden um 1900 Appartements an gutbetuchte Touristen vermietet.

Als die Südtiroler Sparkassenstiftung im Jahr 2004 die Burg erwarb, überließ sie diese für 30 Jahre der Stadt Bruneck zur freien Nutzung.

2011 wurde Schloss Bruneck der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute birgt sie u. a. das Messner-Mountain-Museum Ripa.

 

Details am Rande

Besagte Restaurierung im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde übrigens durch den Verkauf des Antholzer Sees finanziert, der bis dato ebenso in bischöflichem Besitze war.

Im pittoresken Innenhof finden sich zahlreiche Wappen einstiger Bischöfe und Domherren.

Die Flower-Power-Bewegung hatte auch viele Brunecker Studenten in ihren Bann gezogen: Im Sommer 1970 organisierte die hiesige Studentenbewegung das erste „Schlossberg-Open-Air“. Damals fanden sich rund tausend Musikbegeisterte auf der Wiese unterhalb des Schlosses ein, um zu den Klängen Südtiroler Bands ein „kleines Woodstock“ zu feiern. Dieses Event sollte allerdings viele Kritiker auf den Plan rufen: So drohten einige Anrainer damit, die Wiese mit Mist zu überdecken, während andere den Werteverlust und die Verwahrlosung der Jugend beklagten.

 

(1) Unter dem Begriff der Säkularisation (Verweltlichung) versteht man die Enteignung kirchlichen Eigentums durch den Staat und die Umwandlung geistlicher Herrschaftsbereiche in weltliche; Ziel dieser Maßnahme war es, die Kirche von allen weltlichen Belangen zu trennen.

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