Kultur - Sirmione 10.69E | 45.44N 68m

Peschiera del Garda Altstadt


Sehenswürdigkeiten in der befestigten Stadt am Mincio

 
Der Mincio, einst eine wichtige Handelsroute

Von einer sternförmigen Festung umfriedet, präsentiert sich die mittelalterliche,  von Wasserkanälen durchzogene Altstadt Peschieras am Südostende des Gardasees. Die einzigartige Symbiose aus dicken Festungsmauern, See- und Flusslandschaft verleiht ihr einen ganz besonderen Charme. Peschiera liegt nämlich nicht nur direkt am Gardasee – auch dessen einziger Abfluss fließt mitten durch den alten Stadtkern. Die Rede ist vom Fluss Mincio, der von hier aus weiter nach Mantua und sodann bei Governolo in den Po fließt. Dieser einstmals wichtige Handelsfluss teilt Oberitalien noch heute in eine lombardische und eine venezianische Hälfte.

 

Im Parco degli Aviatori erschließt sich ein weiter Blick auf den schimmernden Gardasee

Kleiner geschichtlicher Exkurs

Bereits die Römer wussten diese strategische und geschützte Lage zu schätzen und errichteten hier eine Festung. Diese sollte im Laufe der Geschichte mehrfach um- und ausgebaut und des Öfteren heiß umkämpft werden. Wer diese Stadt innehatte, beherrschte nämlich nicht nur das Südufer des Gardasees, sondern konnte auch die ansonsten kaum überwindbare natürliche Grenze des Flusses überschreiten und somit in die Lombardei oder in Venetien einfallen – von Peschiera bis Mantua gab es nämlich lange keine Brücke, die über die ehedem nahezu unpassierbare See- und Sumpflandschaft längs des Mincio führte. Außerdem gewährte Peschiera eine direkte Verbindung zum Mittelmeer, zumal man auf dem Mincio einstmals bis zum Po schiffen konnte.

Ihr heutiges Antlitz verdankt die Stadt insbesondere den Venezianern, die sie im 16. Jahrhundert zu einer wuchtigen Festungsstadt ausbauten, und den Habsburgern, die diese Bastion im 19. Jahrhundert nochmals erweiterten. Das nunmehr mit 2km langen Festungsmauern umfriedete Peschiera bildete sodann mit Verona, Legnago und Mantua ein Festungsviereck, das der italienischen Einigungsbewegung Einhalt gebieten sollte. Diese Pläne wurden allerdings zunichte gemacht, als es 1848 von piemontesischen Truppen eingenommen wurde...

 

Durch die fünf Rundbögen fließt der Mincio aus der Festungsstadt Peschiera in Richtung Po

Details am Rande

Einstmals lebte die Stadt vornehmlich vom Fischfang. Besonders beliebt war der Aal, der sogar ins Stadtwappen aufgenommen wurde.

 

Noch bevor Goethe seine erste Italienreise unternahm, machte sich der Schriftsteller und Gelehrte Wilhelm Heinse 1780 auf den Weg in den Süden. Auf seiner Rückreise kam er auch am Gardasee vorbei, der in seinem Roman „Ardinghello“ Niederschlag finden sollte. So spielt ein Teil der Handlung auf einem Landgut in Peschiera, seinem ersten Halt am Gardasee. Noch vor Goethes „Italienischer Reise“ sollte dieses Werk den deutschen Lesern einen neuen Blick auf Italien erschließen und die Renaissance auf eine Stufe mit der römischen Antike stellen.

Zunächst aber notierte Heinse in seinem Tagebuch: "Etwa eine Miglie von Pesqiera erblickt man den See di Garda, einen der reizendsten vielleicht auf der Welt, so prächtig und schön erheben sich nach und nach die Gebürge dahinter herum […] Unten liegt still und blinkend und ruheklar und hell der See in lieblichem, wollüstigen fruchtbaren Grün der Bäume und mildem Schooß der Erde."

Wetter

Please wait ...

Aktuelle Werte Umgebung

Please wait ...