Die Hofburg in Brixen

Die Hofburg in Brixen
Die Hofburg in Brixen

Beschreibung

Im Innenhof mögen zunächst die dreistöckigen Arkadenreihen an der Nord- und Südseite ins Auge stechen. Selbige stammen aus der Zeit des Andreas von Habsburg, der ursprünglich alle vier Seiten mit Loggien auszustatten plante. Mit ihren Viereckpfeilern, Rundbögen, Balustraden und offenen Gängen sind sie im typischen Renaissancestil gehalten. Die in ihren Nischen beherbergten ca. 1,5m hohen Terracottafiguren samt Wappen und symbolischen Medaillons bilden Persönlichkeiten aus der Ahnenreihe des Hauses Habsburg nach. Der Ostflügel wurde hingegen in den Jahren 1606 und 1607 errichtet; auch er wurde mit Arkaden ausgestattet, doch beschränken sich selbige auf das Erdgeschoss. Der Westtrakt mit den Repräsentationsräumlichkeiten, den sogenannten Kaiserzimmern und der Kapelle in der Mitte sollte indes erst unter Fürstbischof Künigl im barocken Stil fertiggestellt werden. Vom Innenhof aus stechen insbesondere der Turm der Hofkapelle und deren reichverziertes Portal mit den beiden Säulen an den Seiten hervor. Auf dem verkröpften Gebälk thront die Statue der Immaculata in Begleitung zweier Butten – das unter ihren Füßen angebrachte marmorne Wappen ist übrigens jenes des Fürstbischofs. Das Sonnenuhrfresko über ihr wurde von Kaspar Waldmann gefertigt.

 

Historischer Hintergrund

Die Hofburg ist nebst Dom oder Priesterseminar eines jener Bauwerke, welche von der geistig-kulturellen Blüte und dem wirtschaftlichen Aufschwung Brixens im 17. und 18. Jahrhundert Zeugnis ablegen. Als Sitz der Bischöfe bis zum Jahre 1973, als Residenz der Fürstentumsverwaltung bis zur Säkularisation im Jahre 1803 und als Zentrum der Diözesanverwaltung bis zur Neugestaltung des Bistums Bozen-Brixen im Jahre 1964 zählt sie historisch und kunsthistorisch zu den bedeutendsten Baudenkmälern Südtirols. Ihre Anfänge reichen ins 13. Jahrhundert zurück: Da die Alte Burg neben dem Dom mittlerweile zu klein und unsicher geworden war, ließ der Brixner Fürstbischof Bruno von Kirchberg um das Jahr 1260 an der Südwestecke der Stadtmauern eine neue fürstliche Burg samt Mauern, Verteidigungstürmen und Wassergraben errichten, dessen Reste im Osten und Süden noch heute bestehen. Vom damaligen "castrum novum" ist jedoch kaum etwas erhalten geblieben: Dem Geist der Renaissance verhaftet, ließ der Fürstbischof Andreas von Österreich die Hofburg im ausgehenden 16. Jahrhundert von Grund auf neu errichten. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts sollte die Anlage noch diverse An- und Umbauten erfahren, von denen insbesondere jene unter Fürstbischof Künigl aus den Jahren 1707–1711 zu nennen sind. Er verlieh der Hofburg ihr heutiges Erscheinungsbild, indem er die fürstliche Renaissance-Residenz in einen bischöflichen Barockansitz verwandelte. Als die beinahe 800 Jahre währende weltliche Machtausübung der Bischöfe mit der Säkularisierung vom Jahre 1803 ihr Ende nahm, wurde die Hofburg zwar dem Besitz der Habsburgermonarchie einverleibt, ging aber 25 Jahre später erneut in den Besitz der Kirche über; in dieser Zeit hatte der Bischof seine Residenz übrigens nie verlassen müssen. Erst nach der Neuordnung der Diözese Bozen-Brixen verlegte Bischof Gargitter den bischöflichen Amtssitz nach Bozen. In der Folge wurde die Hofburg im Jahre 1974 umfassend restauriert und ist seither Sitz des Diözesanarchivs, des Krippenmuseums und des Diözesanmuseums, welches die Entwicklung der sakralen Kunst und die rund 1000-jährige Diözesangeschichte nachzeichnet.

 

Details am Rande

Zwar hatte der renommierte Bildhauer Hans Reichle alle 44 in Auftrag gegebenen Terracottafiguren vollendet, doch da von den ursprünglich geplanten vier Arkadenreihen nur zwei realisiert wurden, mussten einige andernorts aufgestellt werden: So sind zwei vor dem Haupteingang der Hofburg, acht im Gang des Westflügels, zwei im Innsbrucker Ferdinandeum und eine in Augsburg untergebracht; die restlichen sieben sind verloren gegangen. Da die Figuren für die Nischen bestimmt waren, blieben ihre Rückseiten übrigens unvollendet. In den prunkvollen Innenräumen der Hofburg empfingen die Brixner Fürstbischöfe so manch erlauchten Gast. Neben Kaisern und Päpsten zählte dazu auch Wolfgang Amadeus Mozart, der im Zuge seiner Italienreisen im barocken Theatersaal konzertierte. Im 17. Jahrhundert wurden der Hexerei bezichtigte Frauen in die Hofburg gebracht und so lange gefoltert, bis sie ihre vermeintlichen Untaten gestanden.

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