Kultur - Riva-del-Garda 10.83E | 45.91N 167m

Varone Wasserfall - Cascata Varone bei Riva del Garda


Der tosende Wasserfall am Gardasee zwischen Riva und Tenno

 
Die Cascate del Varone versetzten bereits Kafka, Rilke und Thomas Mann ins Staunen

Seit sie im Jahre 1874 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, avancierte die Cascata del Varone im gleichnamigen, etwa 3km von Riva entfernten Örtchen zu einem der beliebtesten Ausflugsziele am Gardasee.

So spektakulär wie der Wasserfall selbst war auch die Errichtung der in den Felsen gegrabenen Stollen, Aussichtsplattformen, Pfade und Treppen, dank derer der Besucher Zeuge eines wahrlich imposanten Naturschauspiels wird: In der engen Schlucht, die das Wasser in den letzten 20.000 Jahren in den Felsen gegraben hat, stürzt der Wasserfall mit atemberaubender Wucht 98m in die Tiefe.

Während man im unteren Stollen, der sog. „grotta inferiore“, den in spektakuläres Licht getauchten See und den unteren Teil der Kaskade bewundern kann, wird man in der oberen Grotte der imposanten Höhe des Wasserfalles gewahr. Der Luftzug, das mächtige Getöse und der feine Wasserstaub umfangen den Besucher förmlich und ziehen ihn in ihren Bann – um es mit den Worten Thomas Manns zu sagen: „[…] feucht angeatmet und angesprüht, in Wasserdunst eingehüllt“ blickt man aus nächster Nähe in das von „Donnern und Zischen, Gebrüll, Gejohle, Tusch, Krach, Geprassel“ begleitete „Höllenspektatkel“.

Der Weg vom unteren zum oberen Stollen führt übrigens durch einen botanischen Garten, in dem eine Vielzahl unterschiedlicher mediterraner und alpiner Pflanzen gedeiht. Dank des besonderen Mikroklimas vermählen sich hier gewissermaßen Nord und Süd auf engstem Raum. Außerdem geben mehrsprachige Infotafeln einen kleinen Einblick in diese Pflanzenwelt und in die (geologischen) Besonderheiten des Wasserfalls.

 

Das Eingangsgebäude zu den Cascate del Varone wurde vom Architekten Maroni entworfen

Zum Namen

Der Bergfluss Magnone speist sich mit den Wassern des Tennosees, verschwindet im Berg und fällt in der trichterförmigen Schlucht aus geschichtetem Kalkstein rund 98m in die Tiefe.

Nach seinem Fall tritt der Fluss wieder aus dem Felsen heraus, ändert seinen Namen nach der gleichnamigen Ortschaft Varone und fließt direkt in den Gardasee. Daher rührt auch sein Name.

 

Seit 20.000 Jahren gräbt sich das Wasser durch die enge Felsschlucht

Details am Rande

Während seines Kuraufenthaltes im Jahre 1901 in Riva verschlug es auch den deutschen Schriftsteller Thomas Mann zur „malerischen Kaskade“. Sein Arzt Dr. von Hartungen hatte ihm nämlich ausgedehnte Spaziergänge verordnet. Die gewonnenen Eindrücke hielt Thomas Mann in seinem Tagebuch fest. Fast ein Vierteljahrhundert später übernahm er diese Notizen nahezu wörtlich in seinem Bildungsroman „Der Zauberberg“, der allerdings nicht in Riva, sondern im schweizerischen Davos angesiedelt ist.

Das Getöse des Wasserfalls hatte den Schriftsteller übrigens an den Kanonendonner des Ersten Weltkrieges erinnert...

Das markante Eingangsgebäude zu den Wasserfällen wurde vom Architekten Maroni (1893-1952) entworfen, der nach dem Ersten Weltkrieg auch maßgeblich am Wiederaufbau und der Neugestaltung Rivas beteiligt war. Außerdem entwarf er den exzentrischen Wohnsitz des exaltierten Schriftstellers und Frauenhelden Gabriele D’Annunzio, den sog. „Vittoriale degli Italiani“ in Gardone Riviera.

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