Die Rilke-Promenade bei Arco

Am Rilkeweg von Arco zur Einsiedelei "Eremo di San Paolo"

Wo Rilkes Mutter am liebsten zur Kur weilte: Arco
Wo Rilkes Mutter am liebsten zur Kur weilte: Arco

„So ein Tal voll Düftehauchen, drin ein Bach mit leisem Lauf...“ - Rilke und Arco

Ab 1897 fand sich der deutsche Lyriker Rainer Maria Rilke mehrfach in Arco ein, um seine Mutter zu besuchen. Die kränkliche Sophia Entz, die über Jahre hinweg ein unstetes Wanderleben zwischen diversen europäischen Großstädten und friedvollen Sanatorien führte, verweilte nämlich am liebsten in Arco zur Kur.

Während seiner Aufenthalte erkundete Rilke in ausgedehnten Spaziergängen die Umgebung. Einige der aufgesuchten Orte und gesammelten Eindrücke fanden Eingang in seine Frühwerke.

 

Wo Einsiedler jahrhundertelang in Abgeschiedenheit lebten: die Einsiedelei
Wo Einsiedler jahrhundertelang in Abgeschiedenheit lebten: die Einsiedelei "Eremo di San Paolo"

Die Rilkepromenade

Seit 2014 können Besucher auf Rilkes Spuren wandeln: Auf der gesamten Strecke wurden Gedichte und Briefauszüge angebracht, an denen der feinfühlige Poet während seiner Arco-Aufenthalte arbeitete. Ergänzt wurden selbige durch Auszüge aus damaligen Reiseführern.

Die Rilke-Promenade versteht sich allerdings nicht als festgelegte Route; vielmehr können die elf Stationen auch einzeln besucht werden. Eine dieser Stationen führt von Arco zur Einsiedelei "Eremo di San Paolo" aus dem 12. Jahrhundert.

 

Eine Darstellung des letzten Abendmahls ziert das romanische Kirchlein San' Apollinare
Eine Darstellung des letzten Abendmahls ziert das romanische Kirchlein San' Apollinare

Von Arco zur Einsiedelei "Eremo di San Paolo"

Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Nordostende der Stadt. Stets der asphaltierten, ebenen Straße in nördliche Richtung folgend, stößt man am linken Straßenrand alsbald auf das romanische Kirchlein San' Apollinare aus dem 7. Jahrhundert.

Außerhalb der Stadt gelegen, beherbergte es einst Pilger und Reisende. Besonders interessant sind die schmucken Fresken, die auf den Beginn des 14. Jahrhunderts zurückgehen und biblische Szenen zeigen. Insbesondere aber sticht die Darstellung des letzten Abendmahls ins Auge: Bei näherer Betrachtung erblickt man einzelne Flussgarnelen, die lange Zeit die Wasser der Sarca bewohnten. Dass sie Eingang in diese biblische Szene fanden, zeigt, wie sehr die damaligen Bürger sie wertschätzten.

Sodann führt die Wanderung weiter der Straße entlang, bis große Lettern am linken Wegesrand den recht steilen Anstieg zur Einsiedelei verkünden. Nach einigen Schritten erblickt man sie auch schon zu Füßen eines überhängenden Felsens, den Kletterer gerne erklimmen. Hier fristeten Einsiedler angeblich jahrhundetelang in stiller Abgeschiedenheit ihr Dasein.

 

Der Rückweg erfolgt auf dem Hinweg.

 

Bereits Rilke hatte dieses kleine Kirchlein bestaunt
Bereits Rilke hatte dieses kleine Kirchlein bestaunt

Details am Rande

In Arco besprach Rilke übrigens auch seine bevorstehende Hochzeit mit der Mutter. Wenngleich er seiner künftigen Braut von hier aus noch mit Gedichten versehene Liebesbriefe zusandte, sollte seine Ehe mit der Bildhauerin und Malerin Clara Westhoff, aus der eine Tochter hervorging, gerade einmal 16 Monate halten. Der feinsinnige Rilke war einfach nicht für ein bürgerliches Familienleben geschaffen...

Infos zur Wanderung

  • Dauer:01:45 h
  • Länge:6.2 km
  • Höhenmeter:75 m
  • Min. Höhe:89 m
  • Max. Höhe:173 m

Höhenprofil

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