Auf den Monte Brione bei Riva am Gardasee

Wanderung zu den alten Festungen auf dem Sentiero della Pace

Auf dem Monte Brione trotzt die
Auf dem Monte Brione trotzt die "Batteria di Mezzo" den Zeiten

Um seine südliche Grenze vor italienischen Übergriffen zu schützen, ließ das Königreich Österreich-Ungarn ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch am Gardasee einige Festungen errichten. Gleich vier davon finden sich am und auf dem Monte Brione. Diese Wanderung auf einem Teilabschnitt des „Sentiero della Pace“, der sich über etwa 500 km entlang der ehemaligen Grenze der Donaumonarchie zieht, führt an diesen vorbei. Außerdem wartet sie mit einer artenreichen Vegetation und malerischen Ausblicken auf den nördlichen Gardasee und seine Umgebung auf.

 

Blick auf Varone und Tenno unterhalb des spitz zulaufenden Monte Misone
Blick auf Varone und Tenno unterhalb des spitz zulaufenden Monte Misone

Wegbeschreibung

Ausgangspunkt ist der Hafen San Nicoló am östlichen Stadtrand Rivas, nahe dem sich ein weitläufiger Parkplatz befindet. Nach einem Abstecher zum ersten der vier Festungswerke, dem am Hafen liegenden „Forte San Nicoló“, folgt man dem dahinter abzweigenden Pfad auf den Monte Brione. Dieser führt auf einen mit Treppen versehenen Weg, auf dem man rasch an Höhe gewinnt.

Alsbald erreicht man den „Forte Garda“, einen gut getarnten, monumentalen Festungsbau aus Stahlbeton, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts errichtet wurde und zu den modernsten Militäranlagen seiner Zeit zählte. Von ihm führt(e) auch ein etwa 300 m langer, mit Treppen und Aussichtsposten ausgestatteter Tunnel weg, in dem heute jedoch Einsturzgefahr droht.

Reich an malerischen Ausblicken, windet sich der Weg sodann zur gut erhaltenen Mittelbatterie, der „Batteria di Mezzo“. Auf einer Anhöhe thronend, diente sie der Überwachung der Gegend um Nago und der Mündung des Flusses Sarca. Im Kriegsjahr 1915 wurde auch sie mit einem Tunnel versehen, über den man zu Beobachtungsposten an den senkrecht abfallenden Felsen des Monte Brione gelangte.

Von dieser Festung kann man einen kurzen Abstecher zu den etwas höher gelegenen Sendemasten machen oder sogleich zum letzten der vier Festungswerke, dem Forte Sant’ Alessandro“ (Nordbatterie oder Campedell), weiterwandern. Teilweise überwuchert und dem Verfall preisgegeben, ist sie die kleinste und höchstgelegene der vier Batterien. Den hier Stationierten oblag die Überwachung der Gegend um Arco. Außerdem sollten sie zu Hilfe eilen, wenn von den anderen Festungen optische Signale ausgesendet wurden. Dieser relativ schlichte, auf nahezu ebenem Terrain errichtete Festungstyp findet sich übrigens ausschließlich im Trentiner Raum.

 

Für den Rückweg wird der Hinweg empfohlen. Alternativ dazu kann man die Wanderung auch auf dem rechts vom Festungseingang abzweigenden Weg fortsetzen, der ebenso nach Riva zurückführt.

 

Die Bucht des einstigen Fischerdorfes Torbole
Die Bucht des einstigen Fischerdorfes Torbole

Details am Rande

Wegen seiner Pflanzenvielfalt wurde der Bergkamm des Monte Brione 1992 als Biotop ausgewiesen und mithin unter Naturschutz gestellt. Auf diesem relativ kleinen Raum sollen etwa 500 verschiedene Arten gedeihen. Darunter finden sich auch wildwachsende Orchideen, von denen einige im gesamten Trentino nur hier wachsen.

 

Bereits 1859 hatte das Königreich Österreich-Ungarn die Lombardei verloren; im Jahre 1866 musste es auch Venetien und mithin das östliche Gardaseeufer an Italien abtreten. Die Grenze zum neuen Königreich Italien, das 1861 gegründet worden war, verlief nun zwischen Torbole und Malcesine. Hatte die Donaumonarchie bereits zuvor die „alte neue“ Grenze mit Anlagen befestigt, sollten in der Folge der neuen Grenzziehung weitere Festungsbauten entstehen. Die drei Bastionen auf dem Monte Brione fallen in diese Zeit.

Die mächtige Burg Arco wacht über die gleichnamige Stadt und das Sarcatal
Die mächtige Burg Arco wacht über die gleichnamige Stadt und das Sarcatal

Ungefähre Richtzeit

2,5 – 3h

Infos zur Wanderung

  • Dauer:02:00 h
  • Länge:5.3 km
  • Höhenmeter:375 m
  • Min. Höhe:65 m
  • Max. Höhe:363 m

Höhenprofil

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